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Prag

So. Nach 3 vollen Tagen Prag wird es Zeit für einen längeren Bericht.

Die Basics: Prag ist eine Stadt mit rund 1,5 Millionen Einwohnern und liegt in Tschechien. Pragerinnen und Prager legen Wert darauf, dass es in Mitteleuropa liegt. Prag ist tatsächlich voller alter Gebäude und wurde kaum zerstört über die Jahrhunderte, so dass noch sehr viel erhalten ist. Das bringt natürlich eine gewisse Schönheit mit sich.

Die nicht mehr ganz so grundlegenden Basics: Mein Hotel ist in Prag 5, was mir nichts gesagt hat, bevor ich herkam (ja, es ist auch mein erster Ausflug nach Prag). Prag 5 ist sowas wie das Kreuzberg Prags, wurde mir dann gesagt. D.h., wenn das Kreuzberg Berlins noch Kreuzberg ist, da bin ich mir nicht so sicher. Konkret äußerte sich das in dem Geschäft, dem ich als erstes begegnet bin: iStyle. Apple Premium Reseller. Handelt mit Apple-Produkten und Crumpler-Taschen. Schnell stellte ich fest, dass Prag auch sowas wie das Venedig Tschechiens ist. Jedes bißchen Sehenswürdigkeit ist von Touristen belagert, wobei das im Sommer wohl noch schlimmer wird. Eine japanische Touristengruppe habe ich gefragt, ob sie eigentlich schon in Heidelberg waren. Ja, waren sie. Gestern.

Die Erkenntnisse: Das globale Dorf nervt mich. Direkt neben dem Apple-Laden gibt es einen Schlecker. In der Shopping-Mall unweit meines Hotels finden sich neben C&A, H&M und Levi Strauss & Co. auch T-Mobile cz, O2 und Nokia wieder. Der Supermarkt im Keller — albert — gehört zur Holding ahold, bei deren schwedischen Supermärkten — ICA — ich in meiner Erasmuszeit eingekauft habe. Daran, dass es überall McDonald’s und KFC gibt, hat man sich ja irgendwie schon gewöhnt. Das Stadtbild, das tägliche Leben ist, zumindest im relativen Zentrum von Prag, irgendwie nicht so sehr anders als in jeder anderen mitteleuropäischen Stadt mit 1.500.000 Einwohnern (wenn man von der Sprache absieht, die aus Konsonanten, vielen lustigen Häkchen auf, über und unter anderen Buchstaben und ein paar ganz wenigen Vokalen besteht).

Die tieferen Erkenntnisse: Prag ist insbesondere auch das Prag Tschechiens. Und auch wenn man — nennen wir sie in Ermangelung eines besseren Wortes mal so — kulturelle Unterschiede etwas suchen muss: Man findet sie dann doch irgendwie. Abends durch Prag zu laufen ist ein sehr schönes Erlebnis. Restaurantrechnungen sind anders gebaut. Es gibt anderes Geld, noch dazu mit einem für Eurozonenbewohner recht positiven Wechselkurs. Manche Kassierer versprühen einen geradezu sowjetischen Charme. Ich habe etwas über das Streben eines Volkes nach Souveränität und einem eigenen Nationalstaat verstanden, überraschenderweise in einem Kunstmuseum. Rauchverbot in Kneipen und Cafés ist eine gute Sache. Tschechen haben das mit dem Schlange stehen — im Gegensatz zu den meisten Deutschen — raus, die bilden einfach eine intelligente, optimale Schlange (das ist, statistisch gesehen, die, die sich erst ganz am Ende auf verschiedene Kassen aufteilt).
Ziemlich lange habe ich mit mir gerungen, was denn wohl die richtige Musik ist, um sie nebenher zu hören. Also, während ich so durch Prag schlendere. Mittlerweile habe ich gefunden, dass Element of Crime ziemlich gut passt. Das sagt wahrscheinlich ziemlich viel über Prag.

Das Konkrete. Bisher habe ich die folgenden Dinge gesehen: Wenzelsplatz, Karlsbrücke, Josefsstadt, alter jüdischer Friedhof, Pinkas-Synagoge, Andy Warhol Motion Pictures (Ausstellung), Mucha-Museum, Altstadtplatz, Altstadt, Astronomische Uhr, Teile der Kleinseite, Nationaltheater (von außen), Metro (von innen [Robert, erinnerst Du Dich noch an Kontroll? Ich habe jemanden getroffen, der den Film auch gesehen hat!]) und diverse Cafés, Kneipen und Restaurants.

Fotos davon gibt es immer noch hier, allerdings immer noch unsortiert. D.h. ich lade am Ende des Tages immer einfach alle Fotos hoch die ich gemacht habe.

Habe ich was vergessen?

Oh ja. Das Bier. Tschechisches Bier kommt im wesentlichen in vier Varianten: Staropramen, Pilsner Urquell,
Irgendwas mit A und Krušøvice. Letzteres läuft hier gerade, aber die anderen sind auch sehr überzeugend.

Es gibt sicher tausend Dinge, die ich vergessen, verkürzt dargestellt, verfälscht oder erfunden habe, aber ich drücke jetzt trotzdem einfach mal auf “Publish”.

(Graue Texte sind Phantasieeinschübe.)

Reiseinformationen

Es sind noch 2 Tage bis zu meinem Urlaub und im Gegensatz zu anderen Urlauben, die ich bisher hatte, habe ich diesmal auch eine Aktivität geplant: Eine Reise in die Goldene Stadt: Prag.

Wenn ich nicht vom Prager Golem getötet oder dem Geigenspiel eines zum Tode verurteilten lauschen muss, werde ich ein paar Fotos machen. Diese Fotos wiederum, sofern das mit diesem neumodischen Netzwerk, von dem so viel die Rede ist, klappt, können dann unter gallery.me.com/nils.reiter#100132 angeschaut werden. Und auch abonniert.

Ansonsten gibt es tolle neue live-Informationen über meinen Verbleib via twitter: twitter.com/nilsreiter. Und da gibt es auch schonmal eine exklusive Preview auf einen zukünftigen Tweet:

Ob der Golem auch twitter liest?

Haha.

Oh, noch was: Wenn ich einen silbernen Fisch in der Wand meines Hotelzimmers finde, bleibe ich etwas länger.

Venedig (… mit Fotos)

venice.JPG

Viele Grüße aus Venedig.

Update: Mehr Fotos

Frankfurt

Frankfurt

Und aus Frankfurt.

Hamburg

Hamburg

Gruß aus Hamburg

Berlin

Berlin

Gruß aus Berlin

Bonn

Palme

Viele Grüße aus Bonn!

Köln

Microsoft

Gruß aus Köln!

eine Geschichte aus meinem Leben

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gut, ich gebe zu, mein Leben ist nicht besonders spannend. Spannend dagegen können die Geschichten sein, die einem Leute erzählen. Am liebsten erzählen sie Geschichten, wenn sie besoffen sind oder ihnen langweilig ist. Da man fremde Menschen nur hinreichend schwer besoffen macht ohne den Inhalt des eigenen Geldbeutels zu opfern, empfiehlt sich das Nutzen von Mitfahrgelegenheiten.

Am Besten fährt man durch halb Deutschland. Dann hat man endlich mal die Möglichkeit die vielen anderen netten Ecken dieses Landes zu sehen und die Strecke ist lang genug, dass sich die Fahrer spätestens nach 30 min dazu hinreißen lassen eine nette Geschichte zu erzählen (die erste halbe Stunde muss man wohl oder übel Smalltalk über sich ergehen lassen, sonst kommt selten einer in Redestimmung).

So erfährt man über die Fortschritte von Säuglingen Blasen mit dem Mund erzeugen zu können, von Beziehungsdramen und Happy Ends. Von Hochzeiten, Auswanderern mit interessanten Berufen,  von durchzechten Nächten und Weltreisen, von Mafiageschichten und anderen netten Sachen. Wer also Geschichten braucht, der lasse sie sich erzählen!

Die GDL mag mich

GDL

Laut Ersatzfahrplan fährt mein Zug fahrplanmäßig. Und laut Heike fahren die Züge tatsächlich einigermaßen so, wie es im Ersatzfahrplan steht.