Wir haben diese beschissene Regierung gewählt, jetzt müssen wir dafür halt mal Verantwortung übernehmen. Wenn die Regierung nichts für die Wirtschaft tut, tun wir das eben. Gebt mehr Geld aus! Konsumiert! Kauft Euch oder Euren Liebsten mal was Schönes!
Archiv für März 2009
TeX capacity
Das hatte ich auch noch nie:
TeX capacity exceeded, sorry [input stack size=5000].
Was tut man denn dagegen?
Prag
So. Nach 3 vollen Tagen Prag wird es Zeit für einen längeren Bericht.
Die Basics: Prag ist eine Stadt mit rund 1,5 Millionen Einwohnern und liegt in Tschechien. Pragerinnen und Prager legen Wert darauf, dass es in Mitteleuropa liegt. Prag ist tatsächlich voller alter Gebäude und wurde kaum zerstört über die Jahrhunderte, so dass noch sehr viel erhalten ist. Das bringt natürlich eine gewisse Schönheit mit sich.
Die nicht mehr ganz so grundlegenden Basics: Mein Hotel ist in Prag 5, was mir nichts gesagt hat, bevor ich herkam (ja, es ist auch mein erster Ausflug nach Prag). Prag 5 ist sowas wie das Kreuzberg Prags, wurde mir dann gesagt. D.h., wenn das Kreuzberg Berlins noch Kreuzberg ist, da bin ich mir nicht so sicher. Konkret äußerte sich das in dem Geschäft, dem ich als erstes begegnet bin: iStyle. Apple Premium Reseller. Handelt mit Apple-Produkten und Crumpler-Taschen. Schnell stellte ich fest, dass Prag auch sowas wie das Venedig Tschechiens ist. Jedes bißchen Sehenswürdigkeit ist von Touristen belagert, wobei das im Sommer wohl noch schlimmer wird. Eine japanische Touristengruppe habe ich gefragt, ob sie eigentlich schon in Heidelberg waren. Ja, waren sie. Gestern.
Die Erkenntnisse: Das globale Dorf nervt mich. Direkt neben dem Apple-Laden gibt es einen Schlecker. In der Shopping-Mall unweit meines Hotels finden sich neben C&A, H&M und Levi Strauss & Co. auch T-Mobile cz, O2 und Nokia wieder. Der Supermarkt im Keller — albert — gehört zur Holding ahold, bei deren schwedischen Supermärkten — ICA — ich in meiner Erasmuszeit eingekauft habe. Daran, dass es überall McDonald’s und KFC gibt, hat man sich ja irgendwie schon gewöhnt. Das Stadtbild, das tägliche Leben ist, zumindest im relativen Zentrum von Prag, irgendwie nicht so sehr anders als in jeder anderen mitteleuropäischen Stadt mit 1.500.000 Einwohnern (wenn man von der Sprache absieht, die aus Konsonanten, vielen lustigen Häkchen auf, über und unter anderen Buchstaben und ein paar ganz wenigen Vokalen besteht).
Die tieferen Erkenntnisse: Prag ist insbesondere auch das Prag Tschechiens. Und auch wenn man — nennen wir sie in Ermangelung eines besseren Wortes mal so — kulturelle Unterschiede etwas suchen muss: Man findet sie dann doch irgendwie. Abends durch Prag zu laufen ist ein sehr schönes Erlebnis. Restaurantrechnungen sind anders gebaut. Es gibt anderes Geld, noch dazu mit einem für Eurozonenbewohner recht positiven Wechselkurs. Manche Kassierer versprühen einen geradezu sowjetischen Charme. Ich habe etwas über das Streben eines Volkes nach Souveränität und einem eigenen Nationalstaat verstanden, überraschenderweise in einem Kunstmuseum. Rauchverbot in Kneipen und Cafés ist eine gute Sache. Tschechen haben das mit dem Schlange stehen — im Gegensatz zu den meisten Deutschen — raus, die bilden einfach eine intelligente, optimale Schlange (das ist, statistisch gesehen, die, die sich erst ganz am Ende auf verschiedene Kassen aufteilt).
Ziemlich lange habe ich mit mir gerungen, was denn wohl die richtige Musik ist, um sie nebenher zu hören. Also, während ich so durch Prag schlendere. Mittlerweile habe ich gefunden, dass Element of Crime ziemlich gut passt. Das sagt wahrscheinlich ziemlich viel über Prag.
Das Konkrete. Bisher habe ich die folgenden Dinge gesehen: Wenzelsplatz, Karlsbrücke, Josefsstadt, alter jüdischer Friedhof, Pinkas-Synagoge, Andy Warhol Motion Pictures (Ausstellung), Mucha-Museum, Altstadtplatz, Altstadt, Astronomische Uhr, Teile der Kleinseite, Nationaltheater (von außen), Metro (von innen [Robert, erinnerst Du Dich noch an Kontroll? Ich habe jemanden getroffen, der den Film auch gesehen hat!]) und diverse Cafés, Kneipen und Restaurants.
Fotos davon gibt es immer noch hier, allerdings immer noch unsortiert. D.h. ich lade am Ende des Tages immer einfach alle Fotos hoch die ich gemacht habe.
Habe ich was vergessen?
Oh ja. Das Bier. Tschechisches Bier kommt im wesentlichen in vier Varianten: Staropramen, Pilsner Urquell,
Irgendwas mit A und Krušøvice. Letzteres läuft hier gerade, aber die anderen sind auch sehr überzeugend.
Es gibt sicher tausend Dinge, die ich vergessen, verkürzt dargestellt, verfälscht oder erfunden habe, aber ich drücke jetzt trotzdem einfach mal auf “Publish”.
(Graue Texte sind Phantasieeinschübe.)