Eindrücke von der re:publica
So, es ist mitten am Tag 2 der re:publica. Die re:publica rangiert ganz oben in der “Interestingness”-Rangliste von technorati. Quasi minütlich gibt es neue Blog Postings, Fotos, Links oder Kommentare.
Neben den vielen Menschen, die man hier kennenlernt – alle sind sehr offen und zugänglich – ist diese Omnipräsenz des Netzes wahrscheinlich der einprägsamste Eindruck. Man sitzt in einem Workshop oder Vortrag und kann praktisch live mitlesen, wie andere Leute ihn finden, weil sie live aus dem Workshop bloggen. Auf die Spitze getrieben wird das im Hauptsaal, wo es eine Leinwand mit – live – SMS-Kommentaren gibt, die für viel Unterhaltung sorgt. Ob das für die Qualität der Veranstaltung immer dienlich ist, sei mal dahingestellt. Dass die jeweiligen Vortragenden nicht sehen, was über sie kommentiert wird, halte ich jedenfalls für etwas suboptimal.
Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in der Lounge im Erdgeschoss. Und wahrscheinlich ist das einer von zehn Blog-Postings die in genau diesem Moment in genau diesem Raum geschrieben werden.
Kommen wir mal zu den Inhalten. Die gibt es nämlich, auch wenn das bisweilen etwas in den Hintergrund tritt. Eine echt interessante neue Erkenntnis des gestrigen Tages war im Panel Generation MashUp versteckt, dass von Tim Pritlove geleitet wurde (dem ich, btw, hinterher noch die Hand schütteln konnte und der, wie nicht anders erwartet, ein netter Mensch ist): Google kauft sein Kartenmaterial, das bei Google Maps verwendet wird, aus externen Quellen ein. So weit, so bekannt, die deutschen Karten kommen z.B. von TeleAtlas. Und wenn ich das richtig verstanden habe, stellt Google den Kartenurhebern auf Anfrage Daten darüber zur Verfügung, wo die Karten benutzt werden. Joachim Glaubrecht von Google erklärte zwar, dass dies nicht die IP-Adressen der Endanwender betreffe. Dann kann es sich eigentlich nur um die Webseiten handeln, auf denen die Maps eingebunden werden. Wahrscheinlich steht das allerdings auch in den AGB, die niemand gelesen hat.
Das Panel über Blog-Etikette war nett, aber unkontrovers. Da waren sich leider alle einig. Weniger einig wird man sich hoffentlich beim Cash from Chaos-Panel sein, das ich als nächstes besuche. Denn da geht es ums liebe Geld.
Was mich etwas stört ist, dass das Programm nicht so abgestimmt ist, dass alle Slots gleichzeitig enden und anfangen – das führt in jeder Veranstaltung zu einer recht großen Unruhe und einem ziemlichen Gerenne. Aber vielleicht muss das so sein im Life 2.0.