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Die letzten Tage des Goetheblog 2

Veröffentlicht von Nils am 17. Februar 2007 um 15:45 in Reflexives

Liebes Netz,

diese Geschichte beginnt am letzten Samstag, am 10. Februar. Ich habe, als ich gerade einen tollen Eintrag in die Welt entlassen wollte, festgestellt, dass die Datenbank leer ist. Die Datenbank, die Einträge und Kommentare und Track- und Pingbacks der letzten eineinhalb Jahre enthält.

Schnell war eine E-Mail an den Provider geschrieben, mit der Bitte um Aufklärung und Einspielen eines Backups, der letzten Sicherheitskopie also. Es war Samstag und ich rechnete natürlich nicht mit einer direkten Antwort.

Auch eine Antwort am Sonntag war unrealistisch. Für Montag hätte ich schon gerne eine gehabt, aber keine bekommen. Also rief ich am Dienstag morgen an. Eine nette Dame hatte leider gar keine Ahnung und keine Rechte, irgendetwas zu tun. Aber später würde noch jemand kommen der beides hätte, der würde sich mit mir in Verbindung setzen.

Es ist natürlich nichts passiert. So rief ich also am Dienstagabend wieder an (immerhin war es eine 0800-Nummer, also kostenlos). Habe sogar den Chef persönlich erreicht, der versprach, sich noch am Dienstagabend darum zu kümmern.

Am Mittwochabend habe ich wieder angerufen. Man könne sich das nicht erklären, wie das passiert sei. Oh, und die Datenbanken im Backup seien auch alle leer.

Nun gab es mehrere Möglichkeiten:

  • Einen Rechtsstreit mit dem Provider vom Zaun brechen: Das würde zwar viel Geld kosten, aber die Daten nicht zurückbringen
  • Aus RSS-Feeds und eigenen Backups und Google Cache und Waybackmachine die Daten wieder zusammensuchen und so tun als wäre nix gewesen
  • Dem zweiten Goetheblog seine Ruhe gönnen und irgendwas anderes machen.

Eine Woche vorher wäre mir das zwar noch undenkbar erschienen, aber ich habe mich für die dritte Variante entschieden. Es ist erstaunlicherweise sehr befreiend.

Und so habe ich Goetheblog 2 zu Grabe getragen.

  1. Robert am 17. Februar 2007

    Soviel zum oft postulierten ‘digital memory’. Schnief … Das Goetheblog ist tot! Es lebe das Goetheblog!

  2. Julia am 17. Februar 2007

    Ich wünsche dir einen fulminanten Start mit dem neuen Goetheblog! Bloß nicht aufgeben! So ein Neustart hat doch auch was positives…auch wenn der Tod des alten Goetheblogs natürlich sehr traurig macht!

  3. Nils am 17. Februar 2007

    Der eindeutige Vorteil von “eineinhalb Jahre bloggen und dann einen Neuanfang deklarieren” ist natürlich, dass man gleich ein paar Leser hat ;-)

    Danke für den netten Empfang allerseits.

  4. daniel am 17. Februar 2007

    Das war wohl http://www.wohnzimmerprovider.de/ … ;)

  5. Marco Gabriel am 18. Februar 2007

    da sieht man wieder mal, welche vorteile ein eigener server hat. wenn da sowas passiert weiss man wenigstens wer’s war (oder die backups versemmelt hat :-)).

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